[Buchperle flies to the stars] Das Who is Who im Expanse-Universum

Liebe Weltraumbummler!

Es gibt diese Buchreihen, die man erst sehr spät für sich entdeckt und die gefühlt schon die halbe Welt vor einem gelesen hat. Und trotzdem will man seine neuentdeckte Liebe mit anderen teilen, auch wenn man vermutlich all das erneut sagen wird, was zig andere bereits gesagt haben. So geht es mir nun mit James Coreys Space Opera The Expanse. Um euch nicht mit Rezensionen der klassischen Art zu langweilen, möchte ich euch ganz im Sinne vorangegangener Buchperle goes …! Beitragsreihen auf die Reise mitnehmen und euch stattdessen interessante Aspekte der Reihe vorstellen und somit die wenigen Unwissenden unter euch vielleicht ebenfalls neugierig zu machen.

Damit wir uns in den Weiten des Universums nicht verirren, lernen wir heute zunächst einmal die Hauptschauplätze und -personen kennen. Bereit? Dann ab dafür!

James Corey

The Expanse – Leviathan erwacht (1)

Hundertfünfzig Jahre früher, als der engstirnige Konflikt zwischen Erde und Mars fast zu einem Krieg ausgeartet wäre, hatte sich der Asteroidengürtel weit entfernt am Horizont befunden. Er hatte einen ungeheuren Schatz an Mineralien geborgen, der allerdings nicht wirtschaflich zu heben gewesen war,
und die äußeren Planeten waren nicht einmal in den Träumen
der genialsten Strategen der großen Firmen vorgekommen.
Dann hatte Solomon Epstein einen leicht veränderten Fusionsantrieb konstruiert, auf seine Dreimannjacht gepflanzt und ihn eingeschaltet.

(S.15)

Auftakt ins Abenteuer

Alles beginnt während eines eigentlich ruhigen Fluges des Eistransporters namens Canterbury. Ein weit entfernter Hilferuf aus dem All ereilt die Crew, und da ein ungeschriebenes Weltraumgesetz lautet, der Nächste muss dem Hilferuf folgen, machen sie sich auf den Weg, um ein eventuell gestrandetes Raumschiff aufzusammeln. Doch was sie finden, ist nichts als eine Falle, in die sie blindlings hineingetappt sind. Die Canterbury gerät unter vernichtenden Beschuss, die Crew besteht nur noch aus fünf Personen, die zum Angriffszeitpunkt das gestrandete Schiff untersuchten.

Hier findet etwas seinen Anfang, was zum gegenwärtigen Zeipunkt noch nicht erahnen lässt, welche Größenordnung dieser Auftakt annehmen wird. Die Zerstörung der Canterbury ruft nun zunächst die Marinekräfte des Mars auf den Plan. Eigentlich eine Kolonie der Erde, hat sich der Mars mittlerweile als eigenständige und sehr ernstzunehmende eigene Macht entwickelt. Unter Kuppeldächern und mit einer anderen Schwerkraft ausgestattet, leben Millionen von Menschen auf dem roten Planeten und bauen die wohl am besten ausgestattetsten Raumschiffe. James – Jim – Holden, nun Kapitän der ehemaligen Crew der Canterbury, wird aufgefordert, sich in Gewahrsam des Flaggschiffs des Mars, die Donnager, zu begeben. Das ganze wird ziemlich haarig, bringt unserer Crew allerdings endlich ein eigenes kleines Raumschiff ein, dass sie kurzerhand in Rosinante umbenennen. Ja, wie das Pferd von Don Quichotte.

Gleichzeitig lernen wir die dritte Station im Weltraum kennen: den Gürtel. Der Gürtel ist eine Ansammlung von Felsen, Monden und Kleinstplaneten, die ebenfalls vielen Menschen eine neue Heimat bietet. Die Gürtler werden sowohl von Erde als auch von Mars als Arbeitslager angesehen, drittklassig und von ihnen abhängig. Hier folgen wir auf Ceres nun Joe Miller, einem Detective, der, wenn schon nicht auf die Einhaltung von Recht und Ordnung so doch zumindest für ein gewisses Maß an Ruhe sorgen soll. Miller erhält den Auftrag, nach einer gewissen Juliette Mao zu suchen, Tochter reicher Eltern, die auf Luna leben, und die sich der Rebellion im Gürtel angeschlossen hat. Doch was er am Ende seiner Suche findet, hätte sich wohl niemand der Beteiligten zuvor ausmalen können.

Natürlich führen Millers und Holdens Geschichten unaufhaltsam zueinander. Der Fund eines geheimnisvollen – und vorallem lebensgefährlichen – Protomoleküls und der daraus resultierende Machtkampf der drei großen Mächte des Universums spitzt sich bereits im ersten Band merklich zu.

Das Who ist Who

James Holden

Holden stammt von der Erde und wurde von drei Müttern und fünf Vätern aufgezogen – kurios, ich weiß. Nachdem er unehrenhaft aus der UN-Weltraumflotte entlassen wurde, verbrachte er die letzten fünf Jahre damit, mit der Canterbury Eis von den Ringen des Saturn zum Gürtel zu bringen, um die dort lebende Bevölkerung mit dem Notwendigsten zu versorgen. Charmant, gut aussehend und mit einem latenten Hang zu selbstgerechtem Auftreten, sorgt er mit seiner fast schon naiven Ehrlichkeit immer wieder dafür, dass die Geschehnisse im All keine Geheimnisse bleiben.

„Ein Notsignal. Wir haben es vor zwei Stunden aufgefangen. Von Callisto ist gerade die Verifizierung des Transpondersignals eingegangen. Es ist echt.“
„Ah“, machte Holden. Und dann: „Verdammt. Sind wir am nächsten dran?“
„Wir sind in einem Umkreis von einer Million Kilometern das einzige Schiff.“
„Das passt uns ja gerade sehr gut“, meinte Holden.

(S.23)

Naomi Nagata

Nagata stammt vom Gürtel. Wie alle dort, ist sie auffallend groß und dünn gebaut, misst dank der wenigen Schwerkraft gute zwei Meter und überragt somit beinahe jeden Erder. Sie ist Chefingenieurin der Canterbury gewesen und steigt in der neuen Crew um James Holden zum XO auf, dem ersten Offizier (executive officer). Sie handelt mit Bedacht, ist aber dennoch bereit, Risiken einzugehen, wenn sie es muss.

Amos Burton

Amos ist, wie James Holden, ein Erder. Er ist Mechaniker und außerdem ein ziemlicher Kampfbrocken. Er ist schnell mit den Fäusten dabei, hat dabei aber trotzdem das Herz an der richtigen Stelle. Auf ihn kann man immer zählen, wenn es darum geht, Sprüche zu klopfen und sie danach dann auch wahr zu machen.

Alex Kamal

Alex ist der Pilot der Rosinante. Er stammt vom Mars und komplettiert somit die bunt zusammengewürfelte Crew und ihre Heimatorte. Mit seinem schleppenden Dialekt ist er direkt aus allen Gesprächen herauszuhören. Bevor er auf der Canterbury flog, gehörte er zur Marsmarine und hat Erfahrungen im Kampfeinsatz im Weltraum, was, wie wir später erfahren werden, noch bitter nötig sein wird.

Joseph Miller

Ein Mann, der seit vielen Jahren für die Sicherheit auf Ceres, einem Zwergplaneten im Gürtel, verantwortlich ist. Früher einmal war er wohl ziemlich gut in seinem Job, doch seit seine Frau weg ist, sucht er immer wieder Trost in den Flaschenböden seiner Welt. Nur der Fall Juliette Mao reißt ihn wieder aus seiner Lethargie und macht ihn beinahe zu einem Besessenen.

Du bist an einem Ort aufgewchsn, wo das Wasser vielleicht schmutzig war, aber es ist für euch vom Himmel gefallen. Die Luft war verdreckt, ist aber nicht entwichen, wenn die Türdichtungversagt hat. Das sieht hier draußen anders aus.

(S.79)

Fred Johnson

Zu guter Letzt haben wir da noch Fred Johnson. Ebenfalls ein Mann der Erde, doch mittlerweile hat er sich der AAP und damit der Rebellion des Gürtels angeschlossen. Seine Vergangenheit endete wenig ruhmreich und er trägt nicht umsonst den Titel Schlächter der Anderson-Station, bei der viele Menschen unter seinem Vorgehen ihr Leben verloren. Ob und inwiefern man ihm trauen darf, sollte sich noch herauskristallisieren.

Nun haben wir uns also einen kurzen Überblick verschafft, womit wir es hier zutun bekommen. Drei Großmächte im Weltraum, die sich von vornherein nicht besonders wohlgesonnen waren und scheinbar nur auf etwas gewartet haben, was das Fass endgültig zum Überlaufen bringen wird. Was wäre dafür besser geeignet, als ein neuartiger Virus, etwas, das uns infizieren und verändern könnte und womit wir uns den Göttern gleichgestellt erheben könnten?

Doch was es mit diesem Virus auf sich hat, woher er stammt und was er mit uns tun könnte, das erzähle ich euch beim nächsten Mal.

[Buchperle flies to the stars]
The Expanse – Die Reise zu den Ringen

1 – Das Who is Who im Expanse-Universum

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