[Rezension] Charles Perrault – Die schönsten Märchen

Reich illustrierter Märchenschatz!

Werbung | Autor: Charles Perrault | Titel: Die schönsten Märchen |
Illustrationen: Gustave Doré | Übersetzung: Moritz Hartmann |
Erscheinungsdatum: September 2020 | Verlag: wbg |
168 Seiten | Genre: Märchensammlung |

Bewertung: 5 von 5.
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Da war in alten Zeiten, in sehr alten Zeiten, ein König und eine Königin, die hatten alles, nur keine Kinder. Endlich, nach jahrelangem Warten, ward ihre Sehnsucht gestillt, ihr höchster Wunsch erfüllt.
Die Königin gebar eine Prinzessin.

(aus Die schlafende Schöne im Wald | S.63)

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Inhalt

Bereits 1697 gab der französische Autor seine aus acht Märchen bestehende Sammlung heraus. Diese Histoires ou Contes du temps passé, avec des moralités wurden 1861 von dem damals noch sehr jungen Gustave Doré illustriert und sind seitdem beinahe untrennbar miteinander verbunden. Um die eigentlich bekannten Märchen in ihrer Urgestalt wieder zu begreifen, wurden sie neu übersetzt, was den Wandel der Geschichten sehr deutlich zeigt. Denn nicht jedes Märchen ist ursprünglich so, wie wir es zu kennen meinen.

Rezension

Aber Großmutter, warum …?

Winterzeit ist Märchenzeit! Zugegeben, so richtig frostig ist’s noch nicht und der Herbst begleitet uns eigentlich auch bis vor die Pforten der Weihnachtstage. Trotzdem richtet man sich in den kürzeren Tagen Zuhause gemütlich ein, legt die Füße hoch, schlürft einen warmen Tee … Und was fehlt noch? Richtig, das wohlig-nostalgische Gefühl vergangener Kindheitstage.

Ich liebe Märchen, ich liebe die beständige Liebe darin, ich liebe die Garstigkeit der vorwiegend weiblichen Bevölkerung. Und ich besitze glücklicherweise schon recht viele Märchenbücher. Was mir zu meinem Glück neben Grimms Märchen, Bechtstein, Andersen, Sheherazade, japanischen oder kubanischen Geschichten noch fehlte, war eindeutig eine Ausgabe der französischen Märchen Perraulls.

In diesem wirklich wundervoll aufgemachten Märchenbuch sind sie nun alle wieder versammelt, die acht Märchen, die Perrault vor über 300 Jahren aus dem Volksmund übernahm, überarbeitete und anpasste. Die 200 Jahre später entstandenen Illustrationen Dorés, die jeweils eine ganze Seite beanspruchen, tun ihr übriges dazu. Die herrlichen Stiche nehmen manche Szenen vorweg, ohne uns die nahenden Umstände zu verraten. Lehnen wir uns also zurück und entdecken Rotkäppchens Ursprung, legen uns mit Dornröschen schlafen, stolpern mit dem kleinen Däumling durch den Wald oder blicken in den geheimen Raum Blaubarts.

Dabei fällt eines ganz besonders auf: Der Ton der Märchen ist immer ein wenig verspielt, selbstironisch und gesellschaftskritisch. Nicht selten schmunzelt man dabei, wie Perrault in Frage stellt, wieso sich ein Mann – dessen verstorbene Frau die Freundlichkeit in Person war – sich nun mit einem wahren Hausdrachen zusammentut.

Fazit

Für jeden, der Märchen liebt, stellt dieses Buch ein wahres Schmuckstück im Bücherregal dar. Aber Achtung, die Märchen sind hier nicht kindgerecht durchgespült, sondern leben in ihrer urspünglichen Gestalt weiter.

Bewertung im Detail

Idee ★★★★★ ( 5/5 )

Handlung ★★★★★ ( 5/5 )

Charaktere ★★★★☆ ( 4/5 )

Sprache ★★★★★ ( 5/5 )

Emotionen ★★★★★ ( 5/5 )

= 4.8 ★★★★★


Herzlichen Dank an den wbg Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

6 Comments on “[Rezension] Charles Perrault – Die schönsten Märchen

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