Das war wohl nix!

Werbung | Autor: Jonas Winner | Titel: Murder Park |
Erscheinungsdatum: 2017 | Verlag: Heyne |
416 Seiten | Genre: Thriller |

Auch Bohners Experimente mit Fischeiern, die er in den letzten Monaten vor seiner Festnahmedurchgeführt hat, lassen sich im Grunde nicht anders erklären.“ Die Frau wandte sich von ihren Zuhörern ab und sah zu dem Lichtbild. „Hier sehen Sie eine Öffnung, die er geschnitten hat, um Fischeier din die Bauchhöhle einer Frau einzuführen.
(S.13)


Inhalt
Auf dem ehemaligen Gelände des Zodiac Island, einem Jahrmarkt im Gewand der zwölf Sternzeichen, soll ein neuer Themenpark eröffnen. Der Jahrmarkt wurde vor zwanzig Jahren geschlossen, nachdem man die dritte Leiche einer jungen Frau fand, die der Serienkiller Jeff Bohner dort ablegte. Passenderweise ist der neue Park eben jenem Mann gewidmet und trägt den verheißungsvollen Namen Murder Park.
Paul ist einer von zwölf Menschen, die den Park das erste Mal testen sollen. Er ist Journalist und auch privat nicht vor der Faszination Serienkiller gefeit. Doch dieser Besuch wird ihn schließlich mehr Nerven kosten, als ursprünglich gedacht.
Rezension
Gesprochene Schreibe
Die Idee zu diesem Buch gefiel mir anfangs ziemlich gut. Ich gebe zu, ich würde mich auch ins Getümmel stürzen, wenn ein sogenannter Murder Park bei uns eröffnen würde. Nicht nur zusammengetragene Fakten zu Tätern locken, sondern auch – und das ist die Hauptattraktion des Parks – ein Mörder selbst. Denn wie bei anderen Krimispielen sollen die Besucher herausfinden, wer hier sein Unwesen treibt. Klingt erst einmal spannend, oder?
Dass die Betreiber des Parks diesen allerdings gleichzeitig als Singlebörse nutzen wollen, fand ich befremdlich. Zusammenrücken unter äußerster Anspannung? Na, wenn’s denn sein muss. Doch auch damit hätte ich mich immer noch arrangieren können, denn im Laufe des Wochenendes wird vor allem eines klar: niemand der Anwesenden spielt mit offenen Karten.
Doch all das wurde durch den fürchterlichen Stil des Buches zunichte gemacht. Man bekommt das Gefühl, Jonas Winner wollte uns ein Drehbuch vorlegen, bei dem die Protagonisten besonders authentisch miteinander kommunizieren. Doch dabei ist nur eines heraus gekommen: heilloses Chaos. Sie denken etwas, wiederholen es dann prompt laut, beginnen Sätze, die sie nicht beenden können, und irgendwo zwischen Gedankenstrichen und Dreifachpunkten wechseln sie die Sichtweise und stolpern über ihre eigenen Worte. Dabei bekam ich immer wieder die gleichen Informationen vor die Füße geworfen, die ich womöglich nach fünf Seiten schon wieder vergessen haben könnte. Außerdem war mir niemand, nicht eine einzige Person von immerhin zwölfen, sympathisch. Paul ging mir besonders auf die Nerven und irritierte mich, indem er in brenzligen Situationen seltsame sexuell anmutende Gedankengänge bekam. Die restlichen Charaktere blieben blass und austauschbar, sieht man einmal von den fragwürdigen sexuellen Erlebnissen besonders seitens der Frauen einmal ab. Das relativ überraschende Ende konnte da dann leider auch nichts mehr retten.
Fazit
Kann man mögen, muss man aber nicht. Die Thematik könnte spannend sein, wenn sie mit mehr Feingefühl in der Wortwahl geschrieben worden wäre.
Bewertung im Detail
Idee ★★★☆☆ ( 3/5 )
Handlung ★★☆☆☆ ( 2/5 )
Charaktere ★☆☆☆☆ ( 1/5 )
Sprache ★☆☆☆☆ ( 1/5 )
Emotionen ★☆☆☆☆ ( 1/5 )
= 1.6 ★☆☆☆☆
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