[Writing Friday] Eine Geschichte, zwei Seiten

luna_mond.jpg

Luna war so verliebt,
doch niemand hätt‘ geahnt, dass alles Vergänglichkeit ward.

Apollon wusste von ihr
und sah mit kühlem Blick hinterher, sobald sie verschwand.

Sie verzehrte sich nach ihm,
jede Nacht, die Sehnsucht ein greifbares Gewand.

Er genoß den Tag und das Leben,
verweilte im süßen Augenblick.

Wenn er ging, kam sie heraus,
zu schmerzlich sein Glück.

Wenn er versonnen im Licht strahlte,
zog sie sich zurück.

Doch sie wob Träume und schickte sie ihm,
er füllte sie mit Glanz und Wärme.

Endlich durchbrach ihre Liebe die Distanz,
der Kopf voller Sterne.

Ihre Wünsche, gesponnen in dünnes Tuch aus Mondenglanz,
legten sich auf seine Seele.

Mehr und mehr verlor der Tag seinen Sinn,
Apollon erwartete die Nacht.

Doch die Träume blieben aus,
Luna verblich unter der Sternenpracht.

Der Sonnengott zürnte, zu groß seine Not.

Ihr Licht so vergänglich, 
konnt‘ sie nur hoffen auf Leben nach dem Tod.

Apollon zerrissen, die Sonne verblasst,
ertrank in den Tränen und der Kühle der Nacht.

apollon_sonne.jpg

 


writing_friday_banner

Der Writing Friday ist eine Aktion von readbooksandfallinlove! Jeden Monat gibt es neue Schreibaufgaben, denen man sich widmen kann. Dieses Mal habe ich habe ich mich an einer Geschichte versucht, die damit beginnt „Luna war so verliebt, aber…“ (den Rest habe ich etwas angeglichen, das fällt sicherlich noch unter künstlerische Freiheit.)

Ihr wollt mehr schreiben und braucht einen Anreiz? Dann schaut vorbei!

Weitere Teilnehmer

 

schnörkel

 

 

 

13 Comments on “[Writing Friday] Eine Geschichte, zwei Seiten

  1. Liebe Gabriela,
    das ist eine sehr berührende Geschichte! Aufs Wichtigste reduziert und doch so treffend.
    Erst verwirrte mich Luna, die ich als weiblich empfinde, und der Mond, der im Deutschen einen männlichen Artikel hat und im ersten Moment nicht zur Luna passt. hihi Was Sprache alles ausmacht, gell.
    Beim zweiten Mal lesen war es schon viel besser. Ich konnte mir den Mond als Luna vorstellen. 🙂
    Bei mir geht´s heute um LINA. Sie darf bald in die Schule und freut sich sehr.
    GlG, monerl

    Gefällt 1 Person

    • Huhu monerl!
      Ich weiß, mich irritiert das auch immer erstmal ein wenig! Aber ich habe mich nach der römischen Mythologie gerichtet, nach der Luna die Mondgöttin ist – und Apollon der Sonnengott. 🙂
      Schön, dass sie dir gefallen hat!

      Liebste Grüße!
      Gabriela

      Gefällt mir

  2. Eine schöne Idee mit der doppelten Perspektive. Und (mal wieder) wunderbar poetisch umgesetzt! Mir geht es wie Monerl. Ich musste die Geschichte mehrmals lesen um sie vollständig zu erfassen, aber gerade darin liegt für mich die Faszination versteckt 🙂

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Mark!
      Das freut mich, dass dich die kleine Geschichte ein wenig faszinieren konnte :9 Ich wollte es wirklich ein wenig so drehen, dass man manchen kleinen Gedanken erst findet, wenn man es nochmals liest und drüber nachdenkt 🙂

      Liebe Grüße!
      Gabriela

      Gefällt 1 Person

  3. Salut, Gabriela.
    Deine feinen Zeilen brachten mir zwei Zitate in den Sinn…

    „Vergänglichkeit läßt uns fürchten, weil jede Sehnsucht – geträumt oder gefühlt – Unendlichkeit begehrt.“
    (Florance Ippdit)

    „The sun, the moon & all those stars seem so far, so alone. But they are all siblings, divided by time. Each a glimps of one another.“
    (Saoirse O’Boinor)

    bonté

    Gefällt 1 Person

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