
Wenn ich so in mein gut gefülltes Bücherregal schaue, kann ich durchaus feststellen, dass ich eigentlich querbeet viele Genre bedienen kann. Je nach Leselaune, kann ich also einfach ein Buch herausgreifen und drauflos lesen. Und natürlich bin ich immer ganz vorne dabei, wenn es darum geht, über ein Buch zu diskutieren, dass ich irgendwann in meinem Leben gelesen habe und welches nach wie vor in meinem Kopf präsent ist.
Doch in den letzten Tagen wurde ich rundheraus gefragt:
Was liest du denn eigentlich so?
Und da verschlug es mir doch glatt die Sprache. In meinem Kopf flogen all die tollen Bücher der letzten Jahre auf einem Haufen zusammen, füllten meinen Kopf und was blieb zurück? Leere. Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen, wusste keine Antwort. Wie soll ich die Fülle an Büchern, Geschichten und Genre kurz und knapp zusammenfassen? Schließlich will man ja nicht alle Bücher über einen Kamm scheren. Kann man auch nicht. Jedes Buch ist besonders und sollte auch genau so präsentiert werden. Doch der Gegenüber wirkte nicht so, als wolle er eine Abhandlung meines Bücherregals hören, geschweige denn das Auseinandernehmen der letzten von mir gelesenen Bücher.
Auf den meisten Büchern in meinem Regal steht als Genre lediglich Roman, doch Roman bedeutet ja nicht gleich Roman. Es gibt so viele Zwischenschritte. Eine Freundin meinte letztens, sie dachte lange Zeit Roman stehe für Liebesgeschichten. Doch fern ab von den Liebesromanen, gibt es doch noch Gesellschaftsromane. Historische Romane. Entwicklungsromane. Familienromane. Abenteuerromane. Bildungsromane. Briefromane. Schauerromane. Ich muss sie euch nicht alle aufzählen, ihr kennt die endlose Kategorisierung. Von Thrillern und Krimis einmal abgesehen, von denen ich auch den einen oder anderen beherberge, stehen ja auch noch diverse Fantasybücher bei mir.
Wie also zusammenfassen? Meine Antwort war schließlich und endlich: „Öhm. Vieles. Bücher die mir gefallen. Von denen ich etwas lernen kann.“ – eine geistige Glanzleistung! Das Gesicht mir gegenüber wirkte verständlicherweise auch etwas ratlos, doch ich konnte es partout nicht enger zusammenfassen.
Seid ihr Genre-festgelegt oder kommt ihr genauso ins Rotieren, wenn ihr gefragt werdet: Sag mal, was liest du eigentlich so?
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