Da ist noch Luft nach oben!
Werbung | Autor: Genoveva Dimova | Titel: Tage einer Hexe |
Übersetzung: Andrea Wandel und Wieland Freund |
Erscheinungsdatum: 2024 | Verlag: Hobbit Presse |
464 Seiten | Genre: Fantasy | Reihe: Band 1 von 2

Es ging auf Mitternacht zu in dieser Neujahrsnacht.
Die Stadt hinter der Mauer jedoch feierte nicht.
(S.5)


Inhalt
Chernograd stehen schlimme – nein, Schmutzige – Tage bevor. Denn jedes Jahr zum Jahreswechsel fallen unzählige Monster über die Stadt her. Und mit ihnen der Zmey, seines Zeichens Zar der Monster und immer auf der Suche nach einer neuen Braut. Hexe Kosara ist die einzige, die ihm jemals entkommen konnte – und dieses Mal muss sie sogar ihren Schatten einsetzen, um vor ihm zu fliehen. Nur, dass sie ohne ihren Schatten keine Hexe mehr ist.
Rezension
Luft nach oben
Was ist eine Hexe, wenn sie nicht mehr zaubern kann? Richtig, ein Mensch wie du und ich. Da Kosara ihren Schatten sehr früh im Buch einbüßt, um dem Zaren der Monster, dem Zmey, zu entkommen und von Chernograd in die benachbarte Stadt Belograd zu flüchten, muss sie sich von nun an auf ihre menschlichen Fähigkeiten verlassen. Und die sind, unter uns gesagt, ein wenig dürftig. Zwar wird uns Kosara immer wieder als eigentlich schlaue, gut ausgebildete Hexe verkauft, unter Beweis stellt sie das jedoch eher selten. Denn wo es eine falsche Entscheidung zu treffen gibt, da fällt sie Kosara unumwunden. Das ist mal amüsant, mal eher nervig und sorgt auch für ein anhaltendes, ausgebremstes Gefühl beim Lesen. Und das in einer Geschichte, die grundsätzlich mehr Schnelligkeit vorgibt, indem sie selten irgendwo verweilt, Dinge und Emotionen sacken oder vielleicht einmal tiefer blicken lässt. Quasi mit angezogener Handbremse frontal in die Wand hinein, wenn ihr euch das besser vorstellen könnt.
Die Monster, die Chernograd – und nur Chernograd, dank einer hochgezogenen magischen Mauer – heimsuchen, sind da schon ein wenig spannender. Genoveva Dimova bedient sich hier der slawischen Folklore und lässt Rusalken, Upire oder Karakonjulen auf die Bevölkerung los. Diese Monster haben mir an sich wirklich gut gefallen, jedoch weckte die repetitive Wiederholung ihrer Namen irgendwann bei mir den zwangsläufigen Vergleich zu Pokémon im Startgebiet: sie sind gefährlich, aber äußerst überschaubar.
Auch der Weltenbau könnte mehr Details und Tiefe vertragen, denn von etwas außerhalb der beiden Städte sehen oder hören wir nichts. Das klingt bisher alles gar nicht so überragend, oder? Ich mochte die Geschichte dennoch, ich wollte wissen, wohin der (etwas dünne) Plot führt, und habe auch Kosara und Asen (dem potenziellen, wenn auch glücklicherweise bisher nicht allzu tief verwurzelten Love-Interest) gern beim herumstümpern zugesehen. Lust auf den kommenden zweiten Teil habe ich also trotzdem, denn wer weiß? Vielleicht lernt Kosara ja schlussendlich doch, wie man richtige Entscheidungen trifft und wird zu der Hexe, die mit Sicherheit in ihr schlummert.
Fazit
Flott erzählt, mitunter fehlt es an Details und Tiefe und mit noch ordentlich Luft nach oben, aber interessant genug, um Hexe Kosara im Kampf gegen den Zaren der Monster weiter folgen zu wollen.
Bewertung im Detail
Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )
Atmosphäre ★★★☆☆ ( 3 / 5 )
Charaktere ★★★☆☆ ( 3 / 5 )
Sprache ★★★★☆ ( 4 / 5 )
Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )
= 3.6 ★★★★

Herzlichen Dank an die Hobbit Presse für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

![[Rezension] Genoveva Dimova – Tage einer Hexe (1)](https://buchperlenblog.com/wp-content/uploads/2025/04/genoveva_dimova_tage_einer_hexe.jpg?w=1000)





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