Liebe Büchermenschen!
Buchverfilmungen erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit – mal zu meiner großen Freude, mal zu grenzenloser Frustration. Neben „Mariannengraben“ nach dem Buch von Jasmin Schreiber, kommt nun auch ein Roman von Robert Harris ins Kino – Konklave! Worum es geht, wie und ob Buch und Film überzeugen können, das erfahrt ihr jetzt hier! ♥
Das Buch
Der Papst ist tot – lang lebe der Papst! Denn das höchste Amt der katholischen Kirche darf nicht allzu lang unbesetzt bleiben. Kardinal Lomeli fällt die Aufgabe zu, sich um die Einhaltung der zahlreichen Regeln eines eilig zusammengerufenen Konklaves zu kümmern.
Nicht nur die Eile trägt dazu bei, dass Lomeli sich zunächst dieser Aufgabe nicht gewachsen sieht. Einhundertsiebzehn Kardinäle aus der ganzen Welt reisen an, um den nächsten Papst unter sich zu wählen. Zahlreiche Gläubige pilgern nach Rom, um dabei zu sein, wenn endlich weißer Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle steigt.
Als dann auch noch Gerüchte um etwaige Amtsenthebungen bei einem der Spitzenkandidaten für das Papstamt aufkommen und unerwartet ein weiterer, völlig unbekannter Kardinal namens Benitez auftaucht, ja, da scheint das Chaos perfekt.
Doch sowohl Autor als auch Lomeli lassen sich nicht aus der Ruhe bringen, das Konklave schreitet voran – aber gemächlich. Sehr gemächlich. Das Buch nimmt sich unglaublich viel Zeit, um seine Geschichte zu platzieren. Fast, als wolle es die greisen Männer in diesem heiligen Wahlverfahren selbst nicht zur Eile antreiben.
Doch aufgedeckte Lügen, Intrigen und innere Machtkämpfe tragen durchaus trotzdem zu einer Grundspannung bei und als das Ende kam, da war ich dann doch ein wenig ergriffen. Auch wenn ich selbst nicht religiös bin und weder an die eine noch die andere Religion glaube, so finde ich es doch immer wieder faszinierend, wie sehr der Glaube an etwas die Menschen vereinen (oder eben auch entzweien) kann.
Wie aber schlägt sich nun die Verfilmung? Das schauen wir uns gleich mal an.
Der Film
Seit dem 21. November 2024 kann man Konklave nun im Kino sehen. Die Hauptrollen sind prominent besetzt mit Namen wie Ralph Fiennes, Stanley Tucci und Isabella Rossellini. Das verspricht doch einiges, oder?
Und da ich gestern selbst den Film bereits im Kino gesehen habe, kann ich euch sagen: Regisseur Edward Berger hat der Geschichte wirklich gut getan. Sieht man einmal davon ab, dass aus Kardinal Lomeli plötzlich Kardinal Lawrence wurde und sich mir partout die Amerikanisierung der Hauptfigur nicht erschließt, hält sich der Film sehr konsequent an die Buchvorlage. Ja, selbst einige Dialoge habe ich Eins zu Eins wiedererkannt, und das ist doch eher selten der Fall.

Sollte man den Film gucken, wenn man das Buch bereits kennt?
Definitiv, denn der Film macht einiges besser als das Buch.
Denn wo in der Vorlage Längen aufkamen durch die immer und immer wieder erfolgenden Wahlrituale, denen wir als Leser recht detailliert folgen dürfen, kann das Medium Film diese Längen vermeiden, indem es tut, was Filme eben können: Szenen ineinander laufen lassen. Da kam es für mich fast schon überraschend, dass plötzlich die Wahl final getroffen wurde.
Also, wenn ihr einmal sehen wollt, wie dieses von der Welt abgeschottete, heilige Ritual des Konklaves funktioniert, wenn ihr aufgedeckte Intrigen, Betrug und andere Skandale der katholischen Kirche unter die Lupe nehmen wollt und auch, wenn ihr die Hoffnung an eine gerechte Kirche und einen offenen Glauben noch immer in euch tragt, geht ins Kino und schaut euch diesen Film an. Oder lest das Buch. Oder einfach beides.

Herzlichen Dank an die Agentur Jetzt&Morgen, die es mir ermöglicht hat, den Film bereits im Kino zu sehen und im Austausch eine ehrliche Empfehlung erhalten.

![[Buch vs Film] Robert Harris – Konklave](https://buchperlenblog.com/wp-content/uploads/2024/11/robert_harris_konklave_plus_film.jpg?w=1000)





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