[Spooky Season] Jess Kidd – Die Ewigkeit in einem Glas

Unerwartet großartig!

Werbung | Autor: Jess Kidd | Titel: Die Ewigkeit in einem Glas |
Übersetzung: Ulrike Wasel, Klaus Timmermann |
Erscheinungsdatum: 2020 | Verlag: Dumont |
396 Seiten | Genre: historisch / mystisch | 

Bewertung: 5 von 5.

Bridie sieht das Gesicht des Babys, ganz schrumpelig, mit undeutlichen Zügen und ledrig.
Sie steckt eine Fingerspitze in die winzige Mundhöhle des Kindes,
schiebt sie behutsam vorbei an dem ausgedörrten Finger der Mutter.
Sie ertastet eine Reihe winziger nadelähnlicher Höcker.

(S.28)

Inhalt

London. Wir schreiben das Jahr 1863. Bridie Devine wird als Privatdetektivin zu einem hochherrschaftlichen Anwesen gerufen. Christabel ist entführt worden, das Kind des Hausherren. Das Kind, das er selbst seit Jahren versteckt hält. Und auch, wenn Bridie bisher glaubte, bereits alles im Leben gesehen zu haben, wird sie dieser Fall eines besseren belehren.

Rezension

Wenn draußen der Nebel in dicken Schwaden steht, wenn man kaum seine eigene Hand vor Augen sieht – was gibt es da besseres, als einen hervorragend geschriebenen Krimi im viktorianischen London? Richtig, fast nichts. Denn dann hat man die passende Grundstimmung direkt zur Hand.

Und hervorragend geschrieben ist dieses Buch definitiv. Der Tonfall ist immer ein wenig spitz, ein wenig ironisch, die kleinen Randbemerkungen herrlich treffsicher mit schwarzem Humor versehen. Nur ein Krimi ist es nicht, zumindest kein klassischer. Denn unsere Bridie – ihres Zeichens frühere Leichensammlerin, nun in Medizin bewandert und außerdem eine sehr begabte Detektivin – hat einen Geist als Begleitung. Das erstaunt sie ebenso wie uns, aber da der Fall der Kindesentführung ebenfalls in eine zunehmende kuriose Richtung geht, passt auch der tote Boxer mit der ständig rutschenden Unterhose prima in das Gesamtbild. Überhaupt ergibt sich hier sehr viel über die Stimmung, die das Buch ausstrahlt. Alles ist ein wenig düster, ein wenig ungehobelt, und doch blitzt immer wieder zwischenmenschliche Freundlicheit auf, zuweilen an unerwarteten Stellen.

Da ich nichts über den Fall und seinen Verlauf und insofern auch nichts über das Kind an sich und die ganzen Umstände verraten möchte (wo bliebe denn sonst die Spannung?), bleibt mir nur noch eines zu sagen: Wer sich für irische Fabelwesen interessiert, der sollte mal einen genaueren Blick in dieses Buch werfen.

Fazit

Ich habe den Stil sehr geliebt, die Geschichte war ebenfalls spannend und mit reichlich kuriosen Charakteren versehen und ja – ich brauche unbedingt mehr von dieser Autorin!

Bewertung im Detail

Handlung ★★★★★ ( 5 / 5 )

Atmosphäre ★★★★★ ( 5 / 5 )

Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )

Emotionen ★★★★★ ( 5 / 5 )

5 ★★★★★

schnörkel

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Mein Name ist Gabriela, und seit 2017 findet ihr hier Buchtipps aus diversen Genres. Egal ob Fantasy, Horror oder Geschichten aus dem wahren Leben, übersetzt oder englisch –
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