Ein herrlich anderes Märchen!

Werbung | Autor: T. Kingfisher | Titel: Wie man einen Prinzen tötet |
Übersetzung: Jasmin Schreiber |
Erscheinungsdatum: April 2023 | Verlag: Eichborn |
351 Seiten | Genre: Fantasy / Märchen |

Bewertung: 5 von 5.

Marra war ein mürrisches Kind gewesen – die Art von Kind, das immer genau an der falschen Stelle steht, sodass es die Erwachsenen auffordern müssen, aus dem Weg zu gehen.

(S.19)

Inhalt

Marra ist die jüngste Tochter eines kleinen Königreichs. Ein Reich, das über einen tiefen Hafen verfügt und deshalb vom Nord- und vom Südreich bedroht wird, bis die Königin ihre älteste Tochter Damia mit dem Prinzen des Nordreichs verheiratet. Aber Misshandlungen und Tod überschatten diese unglückliche Heirat. Auch Kania, die zweite Prinzessin, wird mit Prinz Vorling verheiratet, um ihm endlich den ersehnten Thronerben zu schenken, während Marra vorsichtshalber ins Kloster geschickt wird. Doch damit fängt alles erst an.

Rezension

Es war einmal in einem fernen Königreich … Ja, viele Märchen fangen genau so an. Aber nicht bei T. Kingfisher. Sie wirft uns direkt hinein ins eitrige Land, in dem Prinzessin Marra, dreißig Jahre alt und seit fünfzehn Jahren im Kloster, tief in einer Knochengrube steht und einen Hund aus Knochen zusammenbauen soll. Warum? Weil es eine der drei Aufgaben ist, die ihr die Staubfrau gab, um den Prinzen zu töten.

Dass sie ihn töten muss, steht außer Frage, denn eine Schwester von ihr hat er bereits auf dem Gewissen, die andere erträgt seit vielen Jahren seine Misshandlungen, um ihm den erwünschten Thronerben zu schenken. Auf Marras Reise zum Schloss des Nordreichs und der Vollendung ihrer selbstgestellten Aufgabe, wird sie von einer Staubfrau mit dämonischen Huhn – die außerdem mit den Toten sprechen kann – begleitet, ebenso wie von einer gar nicht mal so guten Fee und Patin, und einem Krieger auf der Flucht.

Kingfisher spielt offen mit sehr vielen Motiven der bekannten Märchenwelten, lässt ihre Charaktere sogar selbst darüber reden und offenbahrt dabei viele herrlich komische Momente, die jedoch nie ins Alberne abdriften. Stattdessen findet die Geschichte immer wieder den genau richtigen Mittelweg zwischen Komik, Magie und großer Stärke. Ich hätte so gern noch viel mehr über die Welt erfahren, und ganz ehrlich: mit dem Hund aus Knochen hat sie einfach mein Herz erobert.

Fazit

Ein Märchen voller Magie und Humor, mit kleinen und großen Emotionen, die aber entgegen vieler anderer Märchenadaptionen nie dafür sorgen, dass der Fokus der Geschichte verloren geht. Highlight!

Bewertung im Detail

Handlung ★★★★★ ( 5 / 5 )

Atmosphäre ★★★★★ ( 5 / 5 )

Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )

Emotionen ★★★★★ ( 5 / 5 )

5 ★★★★★

schnörkel

Herzlichen Dank an den Eichborn Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

8 Antworten zu „[Rezension] T. Kingfisher – Wie man einen Prinzen tötet“

  1. Avatar von Rückblick auf den Juli – Buchperlenblog

    […] ich habe im Juli meine Liebe zu T. Kingfishers Geschichten entdeckt! Während Wie man einen Prinzen tötet eine herrliche Mischung aus Märchen und Humor bietet (und fernab der üblichen Märchenklischees […]

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  2. Avatar von LeseWelle
    LeseWelle

    Hallo Gabriela,
    irgendwie schreibst du deine Rezensionen immer zum richtigen Zeitpunkt, denn auch hier habe ich vor kurzem positive Stimmen zu gehört und nun, nachdem du auch so begeistert bist, wandert das Buch direkt einmal auf meine Wunschliste. 🙂
    Liebe Grüße
    Diana

    Gefällt 1 Person

    1. Avatar von Buchperlenblog

      Hallo Diana! 😀
      Tja, da scheine ich doch ein gutes Gespür zu haben, wann du einen letzten Schubser brauchst 😀 Hoffentlich darf es auch bald ganz einziehen bei dir, es macht wirklich so viel Spaß!

      Liebe Grüße!
      Gabriela

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  3. […] Phantastik Couch Buchperlenblog Libertine Literatur Bastei LübbeEichborn VerlagT. […]

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  4. Avatar von
    Anonymous

    Hallöchen Gabriela,

    Jill hatte das buch auch schon empfohlen, deine Rezension setzt noch einen oben drauf und vielleicht liest Diana das Buch ja mit mir zusammen… Dann zieht es auch ein.

    Liebe Grüße
    Tina

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  5. Avatar von [Halloween] Die Liebe zur Schauerliteratur – Buchperlenblog

    […] Kingfisher habe ich tatsächlich erst neulich für mich entdeckt. Wie man einen Prinzen tötet war ein herrlich schräges Märchen, aber weitaus passender zum heutigen Thema geht es in What […]

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  6. Avatar von [Rezension] T. Kingfisher – The Hollow Places – Buchperlenblog

    […] Wie man einen Prinzen tötetWhat moves the dead (1)Was die Nacht verschweigt (2) […]

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Mein Name ist Gabriela, und seit 2017 findet ihr hier Buchtipps aus diversen Genres. Egal ob Fantasy, Horror oder Geschichten aus dem wahren Leben, übersetzt oder englisch –
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