Eine interessante Adaption von H.G. Wells Klassiker!

Werbung | Autoren: Silvia Moreno-Garcia | Titel: Die Tochter des Doktor Moreau |
Übersetzung: Frauke Meier |
Erscheinungsdatum: Mai 2023 | Verlag: Limes |
448 Seiten | Genre: Adaption |

Bewertung: 4 von 5.

Darwins Sichtweise ist zu oberflächlich. Was ich erforschen will, ist das Wesen aller Materie, aus der Kreaturen bestehen, um dann darüber hinauszugehen. Was ich getan habe.

(S.44)

Inhalt

Carlota ist die Tochter Doktor Moreaus, der auf seinem Anwesen auf der Halbinsel Yucatán, Mexiko, Experimente mit menschlichen und tierischen Hybriden betreibt. Sie selbst wächst ohne Mutter auf, war als Kind lange Zeit sehr krank und muss auch heute noch wöchentlich Medikamente nehmen, um gesund zu bleiben. Zusammen mit den Hybriden ihres Vaters wächst sie in völliger Abgeschiedenheit auf, bis Eduard Lizalde ihr den Hof macht. Und bis alles zum Teufel geht, woran sie je geglaubt hat.

Rezension

Grässliche Experimente

Hand hoch, wer von euch hat denn das Original Die Insel des Doktor Moreau von H.G. Wells gelesen? Ich schon, allerdings liegt die Lektüre schon einige Jahre zurück. Was im Kopf blieb, waren grauenhafte Experimente, halb tierische, halb menschliche Körper und jede Menge Leid und Elend.

Und auch Silvia Moreno-Garcia hält an diesem Bild fest, auch wenn zumindest einige der Hybriden recht human aufwachsen dürfen. Doch die Schmerzen dieser verunstalteten Körper, dieser Eingriff in die Natur der Dinge, der hinterlässt immer noch einen fürchterlichen Geschmack auf der Zunge. Der Doktor nimmt sich selbst in Schutz, in dem er die Schuld auf die Habgier seines Geldgebers Lizalde schiebt. Dieser will schließlich Arbeiter haben, keine teuren, menschlichen Arbeitskräfte, sondern Wesen, die er ausbeuten kann und die Doktor Moreau für ihn zu erschaffen versucht. Ganz ehrlich, diesen Gedankengang kann ich nicht so recht nachvollziehen, weiß aber auch nicht mehr, inwiefern der auch im Original vertreten war.

Doch das Hauptaugenmerk liegt auf Carlota, bildschön, sanft und wild zugleich. Sie ist mit ihrer kleinen Welt zufrieden, doch dann taucht der Sohn Lizaldes mit seinem Cousin auf, und macht ihr den Hof. Sehr zum Glück ihres Vaters, aber allen anderen gefällt diese Verbindung so gar nicht. Und so bahnt sich eine Tragödie auf dem Anwesen an, bei dem die Hybriden und Carlota ihren Platz in der Welt finden und verteidigen müssen. Das Ganze passiert über weite Strecken recht zaghaft und auch Carlotas Geheimnis entfaltet sich mehr zwischen den Zeilen. Dafür ist die Sprache der Autorin wirklich schön, man gleitet durch die Seiten und nimmt Anteil am Leben dieser Wesen, die so nicht existieren sollten.

Fazit

Ein eher ruhiges Buch, das sich mehr mit dem Schmerz und dem Leid der Hybriden beschäftigt, als eine wirklich neue Geschichte zu erfinden. Trotzdem lesenswert!

Bewertung im Detail

Handlung ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

Atmosphäre ★★★★★ ( 5 / 5 )

Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 )

Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )

Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )

4.4 ★★★★

schnörkel

Herzlichen Dank an den Limes Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

2 Antworten zu „[Rezension] Silvia Moreno-Garcia – Die Tochter des Doktor Moreau”.

  1. Avatar von Marie

    Schöne Sprache ist ja auch meins, aber Leiden und Schmerzen? Hmm…
    Eine sehr schöne Rezension, liebe Gabriela. 💚
    Liebe Grüße und einen schönen Montag,
    Marie

    Gefällt 1 Person

    1. Avatar von Buchperlenblog

      Na ja, schon alles in erträglichem Rahmen, find ich. Aber das bleibt bei der Thematik an sich ja auch irgendwie nicht aus 😅 Dankeschön und sonnige Grüße!
      Gabriela

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