[Rezension] Michelle Paver – Teufelsnacht

Wunderbar melancholisch gezeichnete Schauergeschichte!

Werbung | Autor: Michelle Paver | Titel: Teufelsnacht |
Übersetzung: Karin Dufner
Erscheinungsdatum: Oktober 2021 | Verlag: Piper |
384 Seiten | Genre: Historischer Schauerroman |

Bewertung: 5 von 5.

Maud wurde von einem gellenden Schrei aus dem Schlaf geschreckt.
In der Dunkelheit lag sie da und hörte, wie ihr Bruder sich in seinem Bett umdrehte.
Das grollende Schnarchen des Kindermädchens drang durch die Wand.

(S.25)

Inhalt

Ein herrliches altes Anwesen, von den Armen des Moores umfangen, von undurchdringlichen Hecken aus Efeu umgarnt. Das ist die Heimat von Maud Stearne, deren Vater einst mit Hammer und Eispickel das Haus verließ, um einen Mord zu begehen. Aber wie konnte es dazu kommen – oder liegt die Schuld allein bei Maud?

Rezension

Irrungen, Wirrungen –
und ein leiser Schauer

Teufelsnacht von Michelle Paver ist ein wunderbar atmosphärischer Schauerroman. Wir folgen Maud zurück in ihre Kindheit, als Maman ständig in den Wehen lag und Vater zwar schön wie eine Alabasterfigur, jedoch immer stolz und unnahbar war. Zurück in eine Kindheit, in der das Böse seinen Anfang nahm, dem sich Maud später immer offener stellen muss.

Edmund Stearne ist Historiker, und als solcher hat er es sich zur Aufgabe gemacht, das Leben und Leiden einer gewissen Alice Pyett genauestens zu studieren, die im 15. Jahrhundert gelebt haben soll. Manche behaupteten, sie wäre besessen, sie selbst glaubte allerdings daran, von Jesus persönlich auserkoren worden zu sein. Eine interessante Ausgangslage, die wir noch öfter mit der gegenwärtigen Situation der Familie vergleichen müssen. Dass das Heim der Stearnes an einem abgelegenen Moor steht, dessen dumpfer Geruch durch die Hauswände zu dringen scheint, rundet das Setting der Geschichte ab. Abwechselnd erfahren wir nun von Mauds Kindheit, ihrem Leben am Rande des Bewusstseins ihrer Eltern, und lesen heimlich im Notizbuch des Hausherrn, dessen Gedanken sich zunehmend verdichten und wirr zu werden scheinen. Was geht vor im Haus am Moor? Fenster öffnen sich von selbst, Schritte sind zu hören, Augen in der Dunkelheit zu finden. Sind es Streiche des Personals, Einbildungen, oder verfolgen Edmund Stearne tatsächlich alte Sünden aus dem Moor?

Viel möchte man gar nicht sagen zu diesem Buch, um niemandem den sanften Schauer zu entreißen, den es mit jedem weiteren Kapitel auszuschütten vermag. Die Atmosphäre ist von Beginn an sehr düster und geheimnisvoll, und steigert sich mit den vergehenden Tagen immer weiter. Die unterschiedlichen Charaktere von Maud, der freundlichen Kinderseele, der Stück für Stück die Freuden des Lebens entrissen werden, und ihrem chauvinistischen Vater, den man selbst zuweilen packen und schütteln und würgen möchte, sind gespickt mit vielen Details und tragen uns in einem schnellen Lauf durch die Geschichte.

Fazit

Wer einen ausgemachten Schauerroman lesen möchte, der sollte unbedingt zugreifen. Atmosphäre, Setting und der leise Kitzel der Angst vor dem Unbekannten tragen dazu bei, dass diese Geschichte definitiv in Kopf und Herz bleiben wird.

Bewertung im Detail

Handlung ★★★★★ ( 5 / 5 )

Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 )

Atmosphäre ★★★★★ (5 / 5 )

Sprache ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Emotionen ★★★★★ ( 5 / 5 )

= 4.8 ★★★★★

Weitere Meinung

Nicht noch ein Buchblog


Herzlichen Dank an die Piper Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

One Comment on “[Rezension] Michelle Paver – Teufelsnacht

  1. Pingback: „Teufelsnacht“ von Michelle Paver – Nicht noch ein Buchblog!

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