[King-Universum] Kein Zurück

Werbung | Autor: Stephen King | Titel: Kein Zurück |
Übersetzung: Bernhard Kleinschmidt |
Erscheinungsdatum: Juni 2025 | Verlag: Heyne |
640 Seiten | Genre: Roman / Thriller |

Bewertung: 3.5 von 5.

„Ich werde 13 Unschuldige und 1 Schuldigen töten.
Damit werden alle leiden, die für den Tod des Unschuldigen verantwortlich waren.
Dies ist ein Akt der SÜHNE.“

(S.15)

Inhalt

In Buckeye City, Holly Gibneys Heimatstadt, passieren wieder einmal finstere Dinge. Ein anonymes Schreiben kündigt eine Mordserie an, bei der unschuldige Menschen für die Schuld anderer ihr Leben lassen sollen. Und auch wenn der Fall Holly an sich nichts angeht – Gedanken macht sie sich natürlich trotzdem. Außerdem hat sie selbst alle Hände voll zutun, denn sie wurde von einer Frau als Personenschützerin angeheuert, die gegen die Abtreibungsgesetze Amerikas vorgeht und deswegen tödlich bedroht wird.

Rezension

Holly Gibney sollte den meisten Lesern von Kings späteren Werken mittlerweile ein Begriff sein. Die leicht spleenige Frau mit der großen Kombinationsgabe kennen wir bereits aus der Bill-Hodges Trilogie, dem Outsider, und auch zuletzt aus dem eigens ihr gewidmeten Buch namens – wer hätte das vermutet – Holly. Holly mögen vermutlich nicht alle King-Leser, ich aber mag diese unsichere und doch so taffe Frau definitiv.

In Kein Zurück kehren wir also wieder einmal zu ihr und ihrem Leben bei Finders Keepers zurück, dem Detektivbüro, das sie noch zusammen mit Bill Hodges gegründet hat. Während sie anfangs noch Versicherungsbetrügern nachspürt, lässt sie sich dann jedoch sehr schnell als Bodyguard für die Feministin Kate McKay engagieren. Diese tingelt mit ihrer Bühnenshow von Stadt zu Stadt, um die Leute darüber zu informieren, warum man Frauen nicht das Recht auf Abtreibung aberkennen sollte. Nun steht deren Leben aber selbst auf dem Spiel, denn einer ihrer Gegner hat es sich zur Mission gemacht, sie zu töten.

Und auch in Hollys Heimatstadt treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Eigentlich eine spannende Ausgangslage, die King hier schafft, wenn … Ja, wenn nicht die beiden Fälle in sich irgendwie trivial erscheinen. Beide Täter sind für sich genommen keine besonders erschreckenden Monster. Klar, sie schrecken nicht vor Gewalt und Tod zurück, hier wird uns durchaus der ein oder andere Mord präsentiert. Aber so richtig ernst nehmen konnte ich weder den Antifeministen noch den Serienmörder. Warum? Beide sind Fanatiker, jeder auf seine Weise. Sie finden Gründe für ihr Tun, die so fadenscheinig sind wie hunderte Male gewaschene Unterhemden. Das wissen sie, das wissen wir – und King weiß es auch. Im Grunde folgen wir zwei Mördern, die einfach nur morden wollen, ohne dass wir ihren Tatendrang wirklich bis ins Detail verstehen. Beim Antifeministen vielleicht noch eher, aber auch das ist ein Drahtseilakt ohne wirkliche Tiefe. Vielleicht wollte uns King genau das damit zeigen, dass es nicht viel braucht, um jemanden zum Mörder zu machen. Aber reicht das für ein 600 Seiten langes Buch? Nur bedingt. King selbst ist nicht ganz überzeugt von diesem Buch, seine Frau meinte zum ersten Entwurf sogar „Das kannst du besser.“ Und ich glaube, er könnte es immer noch besser.

Und so gern ich Holly Gibney habe, ich wünsche mir für sie, dass King sie nun zur Ruhe kommen lässt. Sie und Jerome und vor allem auch Barbara Robinson, die wieder mit von der Partie ist und – kaum von ihren Erlebnissen mit dem Outsider geheilt – schon wieder mit dem Bösen zutun hat. Danke, Stephen, dass du uns Holly gegeben hast, aber nun lass sie gehen. Bitte.

Fazit

Ein grundsolider Roman, der nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut ist. Ich hab ihn gern gelesen, aber er hat nicht diesen brennenden Wunsch nach mehr in mir entfacht, wie ich es zuweilen sonst von King kenne.

Bewertung im Detail

Handlung ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

Atmosphäre ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

Charaktere ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Sprache ★★★★☆ (4 / 5 )

Emotionen ★★★☆☆ ( 3 / 5 )

3.4 ★★★

schnörkel

Herzlichen Dank an den Heyne Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

8 Antworten zu „[King-Universum] Kein Zurück”.

  1. Avatar von
    Anonymous

    Schönen guten Morgen!

    Jetzt war ich natürlich neugierig, denn auch wenn ich in diesem Jahr King sehr vernachlässige, lasse ich seine Bücher nicht aus den Augen und werde sicher bald wieder eins in die Hand nehmen 🙂

    Da ich von „Holly“ ja schon nicht so begeistert war, weil es so eine typische Story war ohne irgendwie besonders zu sein, scheint das hier auch wieder der Fall zu sein. Mit „trivial“ hast du ein sehr passendes Wort gefunden, was ich für Holly (das Buch) komplett zutreffend finde. Schade dass hier anscheinend auch wieder kein besonderer Pfiff dabei ist.

    Holly als Charakter mochte ich ja auch sehr, gerade in der Trilogie um Bill Hodges, aber mit jedem Buch mit ihr baut es ein bisschen ab. Hoffen wir mal, das nächstes Jahr dann eine andere Figur eine Rolle spielt 😉

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Avatar von Buchperlenblog

      Huhu! 🙂
      Ja so ungefähr geht es mir auch, ich mag Holly als Charakter durchaus sehr, aber die Geschichten könnten einfach besser sein. Ich hätte auch gern mal wieder nen richtig mieses Monster a la Pennywise oder so, das wäre so mein Wunsch für das nächste Buch. 😀

      Liebste Grüße!
      Gabriela

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  2. Avatar von LeseWelle
    LeseWelle

    Hallo Gabriela,

    ich hoffe, dass es noch ein Buch über Holly geben wird. 😀
    Dann aber vielleicht lieber mit nur einem großen Hauptthema. Was mich nämlich am meisten gestört hatte, war, dass es diese beiden Handlungen gibt, die so überhaupt nicht mit einander zu tun haben.
    Meiner Meinung nach hätte es der Geschichte gut getan, wenn er nicht so viele Dinge in dieses Buch hätte bringen wollen. Entweder der Serienmörder oder die Feministin. Aber beides passte für mich nicht.

    Trotzdem konnte man das Buch gut lesen finde ich und es hat mir auch Spaß gemacht. 🙂

    Liebe Grüße
    Diana

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    1. Avatar von Buchperlenblog

      Huhu Diana! 🙂
      Ich mag Holly ja auch 😀 Aber ich hätte so so gern einfach nochmal nen großen Knall, ein großes … Monster. Ganz ehrlich, die zwei Schurken in den Handlungssträngen waren einfach Bubis. Wenn auch mordende Bubis. Aber ich stimm dir voll zu: Mir hätte ein Handlungsstrang auch völlig gereicht.

      Liebe Grüße!
      Gabriela

      Gefällt 1 Person

      1. Avatar von LeseWelle
        LeseWelle

        Stimmt, da hast du vollkommen recht, über große Monster hat er lange nicht mehr geschrieben. Vielleicht ist er aus dem Alter raus? 😀

        Gefällt 1 Person

  3. Avatar von
    Anonymous

    Hi Gabriela,

    ich nutze mal diesen Beitrag hier, um bei dir Zweierlei nachzufragen: a) Wie geht’s dir? Hoffentlich soweit alles gut?

    b) Was macht denn das Projekt Stephen King? Ich hoffe, du hast nicht die Lust daran verloren. Würde mich gerne weiter mit dir über die mich kommenden Werke austauschen.

    Zu Kein Zurück kann ich leider noch nix sagen, da ich es noch nicht gelesen habe. Sollte ich es dann mal doch getan habe , komme ich natürlich gerne hierher zurück und gebe meinen Senf dazu ab.

    Lange Tage ind angenehmen Nächte Sai,

    Marc

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    1. Avatar von Buchperlenblog

      Huhu Marc! 🙂
      Das is aber lieb, dass du dich meldest! Mir gehts prima, ich blogge nur nicht mehr so regelmäßig wie früher. Aber ganz aufgegeben hab ichs natürlich noch nich 😄 das Kingprojekt ruht aktuell ein wenig, es gibt so viele Bücher, die ich lesen will und da steht es ein wenig hintenan. Aber da wird sich schon noch was tun, sobald ich wieder mehr Zeit und Muse dafür habe. 🙂

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Mein Name ist Gabriela, und seit 2017 findet ihr hier Buchtipps aus diversen Genres. Egal ob Fantasy, Horror oder Geschichten aus dem wahren Leben, übersetzt oder englisch –
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