Werbung | Autor: Nils Westerboer | Titel: Lyneham |
Übersetzung: / |
Erscheinungsdatum: März 2025 | Verlag: Klett Cotta / Hobbit Presse |
441 Seiten | Genre: Roman |

Ich wagte es nicht, den Blick weiter zu heben, denn manchmal zeichnete sich hinter dem Nebel darüber die Windleite ab, die Heimatwelt Perms, und ich wusste, dass mich dieser Anblick bis zur Unkenntlichkeit schrumpfen lassen würde.
(S.29)


Inhalt
Als der Weltraum kommt und die Erde stirbt, sind der zwölfjährige Henry, seine beiden Geschwister und sein Vater unter denen, die auf den weit entfernten Mond Perm flüchten. Nur seine Mutter ist nicht bei ihnen, sie will mit einem anderen Raumschiff nachkommen. Doch auf Perm angekommen, ist hier alles anders als erwartet – angefangen mit der tatsächlich zurückgelegten Reisedauer.
Rezension
Wie weit werden wir gehen?
Perm ist ein zwölftausend Jahre entfernter Mond, auf dem die Menschheit ihr Überleben sichern will, nachdem die Erde keine Atmosphäre mehr besitzt. Als Henry Meadows mit seiner Familie dort ankommt, hätte die Luft bereits atembar gemacht worden sein sollen, Flora und Fauna erkundet – kurzum: ungefährlich für Menschen sein sollen. Ist es aber nicht, wie sich sehr schnell herausstellt. Denn das Raumschiff mit Henrys Familie an Bord stürzt ab und der Weg in die rettenden Biome auf Perm ist ein Kampf ums nackte Überleben.
Auch die Tatsache, dass die Mutter nicht hier ist und scheinbar auch nicht nachkommt, wie noch auf der Erde versprochen, trägt nicht gerade zum Wohlbefinden der Familie bei. In abwechselnden Kapiteln folgen wir nun Henry und seiner Mutter und finden so Schritt für Schritt heraus, was auf Perm passiert(e). Denn dass Mildred Meadows bereits hier war, dafür gibt es jede Menge kurioser Anzeichen, wenn auch keine klaren Aussagen.
Die Tierwelt von Perm ist spannend, denn wenn sie eines ist, dann dieses: völlig anders als unser irdisches Leben. Neben gesichtslosen Körpern besitzen die Tiere hier eine vorrangige Eigenschaft – sie sind unsichtbar für das menschliche Auge. Nur Henrys Augentick, der ihn immer wieder ruckartig zur Seite schauen lässt, offenbart, was da so riesiges über die zerklüftete Welt Perms stapft. Vielleicht gerade deswegen hatte ich durchaus immer wieder Schwierigkeiten, die unterschiedlichen Gattungen halbwegs verständlich für mein inneres Auge übersetzen zu können, meine Fantasie war damit scheinbar etwas überfordert.
Grundsätzlich dreht sich das Buch aber um die Frage: Wie weit darf man gehen, wenn man eine neue Heimat sucht? Wie sehr darf man eine Atmosphäre verändern und sie sich zu Eigen zu machen, ohne den Planeten zu zerstören? Um nicht dieselben Fehler zu machen, wie bereits auf der Erde in der ein oder anderen Form? Welche Türen darf man schließen und welche sollten immer geöffnet bleiben? Ich gebe offen zu, ich habe nicht alles wirklich verstanden, manchmal blieb ich etwas ratlos hinter den Ereignissen und Forschungen zurück. Aber alles in allem hatte ich viel Freude an dieser Art von Science Fiction, die irgendwo zwischen neuem Alltag und fremden Welten agiert, die mir eine neue Welt mit alten Menschen zeigt. Und die eben diese eine Frage aufwirft, ob wir uns jemals ändern könnten.
Fazit
Spannend entworfenes Szenario, bei dem mir ab und zu der Faden verloren gegangen ist, mich aber trotzdem gut unterhalten hat.
Bewertung im Detail
Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )
Atmosphäre ★★★★☆ ( 4 / 5 )
Charaktere ★★★★☆ ( 4 / 5 )
Sprache ★★★★☆ ( 4 / 5 )
Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )
= 4 ★★★★

Herzlichen Dank an die Hobbit Presse für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

![[Rezension] Nils Westerboer – Lyneham](https://buchperlenblog.com/wp-content/uploads/2025/05/nils_westerboer_lyneham.jpg?w=1000)





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