Glücklicherweise doch keine Romantasy!
Werbung | Autor: Tasha Suri | Titel: Die brennenden Reiche: Der Jasmin-Thron |
Übersetzung: Katrin Lechtermann |
Erscheinungsdatum: März 2025 | Verlag: CrossCult |
698 Seiten | Genre: Fantasy | Reihe: Teil 1 von 3

Der Priester hielt die Fackel an den Scheiterhaufen. Allmählich fing das Holz Feuer.
(S.12)


Inhalt
Ein falscher Kaiser, der alles dafür tut, um sein Reich nach seinen Wünschen zu gestalten. Eine Prinzessin, die ihm ewige Rache schwört, nachdem er sie ins Exil schickte. Und ein ehemaliges Tempelkind, das noch immer den Ruf der todeslosen Wasser unter dem Hirana hören kann, der einst ihr Zuhause war. Das sind die Grundpfeiler für diese groß angelegte, indisch inspirierte Welt voll seltsamer Magie, Machtkämpfe und Intrigen.
Rezension
Lasst es brennen!
Bevor ich euch erzähle, warum ich den Auftakt zu den brennenden Reichen von Tasha Suri so unglaublich gut fand, möchte ich mir vorher kurz Luft über einen anderen Punkt machen. Dieses Buch wird unter anderem als Romantasy gelistet. Bevor es um den Inhalt geht, wird das Wort Romanze groß angetriggert. Nein. Nein nein nein. Nein! Ich weiß nicht, warum man das aktuell überall drauf schreiben muss, aber hätte ich das vorher gelesen, ich hätte großen Abstand zu diesem Buch genommen. Und Leser, die explizit nicht ganz so komplexe Romantasy erwarten, werden diese vermutlich vergeblich zwischen den Komplotten, Kämpfen und Intrigen suchen. Denn die ersten leichten Annäherungen zwischen zwei Personen ereignen sich weit nach der Hälfte des Buches. Halten wir demnächst auch die Hexer-Saga für Romantasy, weil sich dort mehrere Personen gefühlstechnisch etwas näher kommen? Bitte nicht.
Was bekommen wir stattdessen? Ein herrlich unverbrauchtes, indisch angehauchtes Setting mit der großen Frage um die Herrschaft über den Jasmin-Thron und das aufständische, weil unterjochte Reich Ahiranya. In dieses Ahiranya wurde die Schwester des derzeitigen Kaisers Chandra ins Exil geschickt, nachdem sie sich weigerte, zusammen mit ihren Hofdamen auf einem Scheiterhaufen zu verbrennen und so die Macht des Kaiserreichs zu stärken. Doch auch dort ist Malini nicht untätig und versucht weiterhin, ihren Bruder vom Thron zu stürzen, indem sie sich Hilfe sucht und diese in der Dienstmagd Priya sieht. Doch auch Priya hat ihre Geheimnisse, und der mystische Berg Hirana, auf dem sich Malinis Exil abspielt, ist ihr früheres Zuhause. Damals, als sie noch ein Tempelkind war. Damals, als sie noch Magie besessen hat und bevor ihre Tempelgeschwister allesamt verbrannt wurden.
Kapitelweise wechseln wir die Perspektiven, folgen mal Malini, mal Priya, mal jemand ganz anderem, und erhalten so nach und nach immer mehr Einblicke in die machthungrige Welt, die Tasha Suri hier erschaffen hat. Die Magie ist übrigens auch etwas besonderes, denn Menschen, die von den sogenannten todeslosen Wassern getrunken haben – und dabei nicht gestorben sind – entwickeln besondere Kräfte, die sich die Natur zunutze machen. Auch die allesumgebende Lore Ahiranyas ist spannend verwoben und ich hoffe sehr, dass wir davon noch einiges mehr hören werden in den kommenden beiden Teilen. Und dass wir mit Priya, Malini und Bhumika gleich drei weibliche Charaktere bekommen, die moralisch graue Entscheidungen treffen, weil sie sie treffen müssen, um in einer männerdominierten Welt zu bestehen, gibt dem Buch eine Vielfalt und Tiefe, die viele andere noch immer vermissen lassen.
Fazit
Ich kann es kaum abwarten, den nächsten Teil in den Händen halten zu können. Das Setting, die Komplotte und Kämpfe, auch das Zwischenmenschliche, das viel mehr auf Freund- und Feindschaft denn auf Liebe beruht, ist eine großartige Mischung, die zeigt, dass Tasha Suri für dieses Buch zu Recht den World Fantasy Award gewonnen hat.
Bewertung im Detail
Handlung ★★★★★( 5 / 5 )
Atmosphäre ★★★★★ ( 5 / 5 )
Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 )
Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )
Emotionen ★★★★★ ( 5 / 5 )
= 5 ★★★★★

Herzlichen Dank an den CrossCult Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

![[Rezension] Tasha Suri – Der Jasmin-Thron (1)](https://buchperlenblog.com/wp-content/uploads/2025/03/img_20250312_065336.jpg?w=1024)





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