[Rezension] Jessica Knoll – Bright Young Women

Beeindruckend real.

Werbung | Autor: Jessica Knoll | Titel: Bright Young Women |
Übersetzung: Jasmin Humburg |
Erscheinungsdatum: Oktober 2024 | Verlag: Eichborn |
464 Seiten | Genre: Krimi / True Crime | 

Bewertung: 4.5 von 5.

Der Tod des weltberühmten, exzentrischen Künstlers stellte sicher, dass die Hnrichtung irgendeines Arschlochs mitten in Florida nicht die Schlagzeile des Tages war.

(S.21)

Inhalt

1978, Florida. Ein Mann dringt in ein Verbindungshaus der Florida State University ein, verletzt zwei junge Studentinnen schwer und tötet zwei weitere. Pamela Schumacher ist Vorsitzende des Verbindungshauses – und die einzige Augenzeugin, die diesen Mann gesehen und beschreiben kann. Doch bis es zu einer Verurteilung kommt, vergehen quälend lange Monate.

Rezension

Weder die Geschichte noch der Klappentext erwähnen den Namen des Täters, und doch ist sehr schnell klar, um wessen Fall es sich hierbei nur handeln kann. Auch ich werde den Namen nicht erwähnen, aber wer sich mit amerikanischen Serienmördern ein wenig befasst hat, der sollte keine Probleme damit haben.

Die Morde sind real, auch die Augenzeugin existierte, wenn auch nicht in Form der hier fiktionalen Pamela Schumacher, aus deren Sicht wir weite Strecken des Buches erleben. Es geht auch weniger um die Brutalität des Mörders, sondern mehr um Vertuschungen seitens der Polizei, der der Angeklagte mehrfach entwischte. Es geht darum, nicht den richtigen Spuren zu folgen, zu viel Zeit verstreichen zu lassen, nicht auf das zu hören, was eine Frau zu sagen hat.

Außerdem folgen wir Ruth, einer junge Frau auf der Suche nach ihrem Platz im Leben. Die viele Hürden zu überwinden hat, besonders was ihre eigene Queerness betrifft, die bei ihrer Familie auf wenig Rückhalt trifft und die schlussendlich zu noch mehr Geheimnissen führt. Sie ist eines der Opfer, die an einem heißen Sommertag von einem völlig überfüllten See verschwanden. In einer anderen Rezension las ich, dass dieser Handlungsstrang doch völlig unnötig wäre, und ich frage mich, wieso das so empfunden wurde. Wir haben zwei tote Studentinnen, die nichts mehr erzählen können und wir haben Ruth, die ein Leben hatte und dieses an den Mörder verlor. Auch ihre Geschichte ist wichtig, ein Teil des Rätsels um den Mann, der von der Presse und von vielen jungen Frauen halb vergöttert wurde für seinen „Charme“, für seine „Intelligenz“, weil er sich selbst vertreten wollte vor Gericht. Dabei ist er am Ende nur das: ein widerliches Stück Dreck, das sehr vielen Menschen mit bestialischer Gewalt das Leben nahm. Das war er, und nichts anderes. Und das zeigt uns dieses Buch einmal mehr, und das auf mitnehmende Art und Weise.

Fazit

True Crime im fiktionalen Gewand, gute Recherchearbeit gepaart mit der Stimme einer jungen Frau, die nicht aufgeben wollte, bis der Mörder bekam, was er verdiente.

Bewertung im Detail

Handlung ★★★★★ ( 5 / 5 )

Atmosphäre ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 )

Sprache ★★★★☆ ( 4 / 5 )

Emotionen ★★★★★ ( 5 / 5 )

4.6 ★★★★★

schnörkel

Herzlichen Dank an den Eichborn Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

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Mein Name ist Gabriela, und seit 2017 findet ihr hier Buchtipps aus diversen Genres. Egal ob Fantasy, Horror oder Geschichten aus dem wahren Leben, übersetzt oder englisch –
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