Mein erster Fall mit der meisterhaften Krimiautorin – aber ganz sicher nicht der Letzte!
Werbung | Autor: Agatha Christie | Titel: Ein Fall für Tommy & Tuppence: Ein gefährlicher Gegner |
Übersetzung: Giovanni und Ditte Bandini |
Erscheinungsdatum: 2017 (1922) | Verlag: Atlantik |
352 Seiten | Genre: Krimi |

„Ich habe Dokumente bei mir – äußerst wichtige Dokumente. Sie könnten für die Entente geradezu kriegsentscheidend sein. Begreifen Sie? Diese Papiere müssen gerettet werden! Bei Ihnen haben sie eher eine Chance als bei mir. Werden Sie sie an sich nehmen?“
(S.10)


Inhalt
Tuppence und Tommy sind nach dem Krieg ziemlich abgebrannt. Um sich ein wenig Geld dazu zu verdienen, gründen Sie eine Wagnisgesellschaft und nennen sich Junge Abenteurer. Doch noch bevor die Annonce dafür in die Zeitungen kommt, wird Tuppence bereits von einem Herrn angesprochen und in einen Fall verwickelt, der mit höchst brisanten Staatspapieren zutun hat.
Rezension
Eine Wagnisgesellschaft
Schon seit längerem möchte ich mich dem Werk von Agatha Christie widmen. Hier also gleich ein Geständnis vorab: Ich kenne bisher nur zwei Geschichten von ihr, und diese in Comicformat. Mit Ein gefährlicher Gegner habe ich nun also quasi Neuland betreten.
Die jungen Leute Tuppence und Tommy wissen nach Kriegsende nicht wirklich, was sie mit ihrem Leben anfangen können. Seit Kindheitstagen befreundet, treffen sie nach längerer Zeit wieder aufeinander und treffen aus einer Laune heraus die Entscheidung, gemeinsam auf Abenteuer zu gehen. Und sich dafür gebührend bezahlen zu lassen. Das Gespräch darüber belauscht ein gewisser Mr Whittingston, der Tuppence kurzerhand dazu anheuern möchte, in einem französischen Internat für ihn zu spionieren. Nur, dass Tuppence einen falschen Namen angibt – Jane Finn – und der gute Mann ihr prompt unterstellt, bereits alles zu wissen und ihr Geld gibt, um sie zum Schweigen zu bringen. Ups?
Sie und Tommy beschließen daraufhin, mehr über diese Jane Finn herauszufinden, und werden in einen geheimen Fall hineingezogen, der neben einer verschollenen jungen Frau auch ebenso verschollene, brisante Staatspapiere beinhaltet. Wie nicht anders zu erwarten, finden wir falsche Fährten, falsche Freunde und auch falschgeglaubte und dann doch richtige Fährten, die zum munteren Mitraten einladen. Neben der Raterei hat mir Christies Stil am meisten Freude bereitet. Immer wieder finden wir ironische Randbemerkungen vor, und auch die Dialoge lassen darauf schließen, dass die Wagnisgesellschaft trotz aller Gefahren durchaus ihren Spaß hat an ihrem ersten gemeinsamen Fall. Die wichtigen Papiere geraten dabei teils etwas in den Hintergrund und ich muss gestehen, mir war bis zum Schluss nicht gänzlich klar, was denn darin stehen möge. Macht aber nix, die viel brennendere Frage wurde sowieso diese: Wer ist eigentlich Mr Brown?
Fazit
Dieses Buch lebt von dem immer wieder eingestreuten britischen Humor, der leicht darüber hinwegtäuschen kann, in welchen Gefahren sich die handelnden Personen tatsächlich befinden. Und trotzdem – oder gerade deswegen – habe ich meinen ersten Ausflug in Agatha Christies Welt sehr genossen!
Bewertung im Detail
Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 )
Atmosphäre ★★★★★ ( 5 / 5 )
Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 )
Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 )
Emotionen ★★★★☆ ( 4 / 5 )
= 4.6 ★★★★★


![[Rezension] Agatha Christie – Ein gefährlicher Gegner](https://buchperlenblog.com/wp-content/uploads/2024/08/agatha_christie_ein_gefaehrlicher_gegner.jpg?w=1000)





Du möchtest was sagen? Dann los!